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Schüler aus der Partnerstadt besuchen das Altenpflegeheim St. Meinrad

RAVENSBURG – Rund 35 Schüler aus der Partnerstadt Brest in Weißrussland interessierten sich zusammen mit ihren Lehrern für das Altenpflegeheim St. Meinrad (Liebenau – Leben im Alter gGmbH). Der Kontakt kam über die Waldorfschule Ravensburg zustande, wo die Gastschüler fast zwei Wochen verbrachten und Einblick in verschiedenste Projekte erhielten. Maria Fessler (Sozialdienst Haus St. Meinrad) führte die Gruppe durch das Haus für 80 Bewohner und mit seinen 16 Heimgebundenen Wohnungen.


Unterschiede zwischen Ost und West

Die Schüler im Alter zwischen 15 und 17 Jahren waren vor allem darüber erstaunt, dass 90 Prozent der Bewohner im Alter zwischen 56 und 98 Jahren weiblich sind. Zu dieser Zahl fragten sie auch nach einer Erklärung. Maria Fessler hatte ein paar Argumente parat. Sie brachte diese Tatsache einerseits mit der Geschichte des Krieges in Verbindung, da etliche Kriegswitwen im St. Meinrad leben. Hinzu kommt, dass Männer häufiger von ihren Ehefrauen gepflegt werden. Außerdem werden Frauen statistisch gesehen älter als Männer.

Die soziale Frage

Dass in Deutschland jeder ins Altenpflegeheim aufgenommen werden kann, ein Teil der Kosten über die Pflegeversicherung abgedeckt wird und notfalls die Sozialhilfe einspringt, war für viele der jungen Besucher überraschend. In Weißrussland, so war wiederum zu erfahren, können sich nur reiche Leute einen Pflegeheimplatz leisten. Die Schüler erfuhren außerdem, dass insgesamt 110 Mitarbeiter mit verschiedenen Stundenumfängen in der Pflege und der Hauswirtschaft im Haus St. Meinrad beschäftigt sind.

Die Schüler besuchen die Partnerschule in Brest, mit dem Schwerpunkt Kunst. Manche von ihnen besuchten Ravensburg schon zum zweiten Mal.

Von: Anne Oschwald, erstellt am 27.10.2009


Schüler aus der Partnerschule in Brest im Altenpflegheim St. Meinrad

Reges Interesse zeigten die Schüler aus der Partnerschule in Brest am Altenpflegheim St. Meinrad in Ravensburg: Maria Fessler (2.v.l.) stand gerne Rede und Antwort.

Foto: Oschwald