10 Jahre "Leben am See" am Häfler Antoniuseck
FRIEDRICHSHAFEN – Die Stiftung Liebenau ermöglicht Senioren, dort zu leben, wo andere Urlaub machen, nämlich direkt an der Uferpromenade in Friedrichshafen. In den 90er-Jahren schuf die Stiftung dort mit hohem Bauaufwand die Wohnanlage "Leben am See". Der Bau ist schon lange abgeschlossen, die Bewohner haben sich akklimatisiert und gedachten in einer Feierstunde des 10-jährigen Bestehens von "Leben am See" im St. Antonius.
Alternative Wohnform
Annette Zimmermann strahlt. Seit zehn Jahren wohnt sie in "Leben am See" und zählt zu den "Ureinwohnern" im Haus. Die ehemalige Lehrerin ist in Friedrichshafen aufgewachsen. Eine Muskelkrankheit zwang sie in den Rollstuhl. Daraufhin suchte sie eine alternative Wohnform, die ihr größtmöglichste Freiheiten gibt. Denn Annette Zimmermann ist gerne unterwegs, trifft sich mit Freunden und genießt die Uferpromenade. Deshalb ist sie glücklich über die zentrale Lage von St. Antonius: "So komme ich mit dem Rollstuhl überall hin."
Altenhilfe begann am Antoniuseck
"St. Antonius ist ein historischer Ort", berichtete Gerhard Schiele von der Geschäftsführung Altenhilfe der Stiftung Liebenau. In dem ehemaligen "Internat für höhere Töchter" richteten Sießener Franziskanerschwestern das Altersheim "St. Antonius" ein. 1990 übergaben sie das Heim der Stiftung Liebenau. Für die Stiftung, die sich bis dato ausschließlich Menschen mit Behinderung widmete, eröffnete sich damit ein neues Aufgabenfeld. "Es war der Beginn der Altenhilfe", erinnerte Gerhard Schiele. Heute betreibt die Liebenauer Altenhilfe 37 Pflegeheime. Immer auf der Suche nach neuen Wohnformen entstanden so auch 25 Wohnanlagen "Lebensräume für Jung und Alt" und zwei Wohnanlagen "Leben am See" in Friedrichshafen und Wasserburg.
Gute Nachbarschaft
"Leben am See" in Friedrichshafen zählt 42 Wohneinheiten. "Heute wohnen und leben hier 55 Senioren zwischen 63 und 91 Jahre", informierte Hausmanagerin Ute Joos. Sie organisiert Veranstaltungen und kümmert sich um ein gelungenes Miteinander im Haus. Lesekreise und Bilderausstellungen, Stammtisch und Ausflüge fördern die Gemeinschaft. Die Bewohner kennen sich. Da schaut der Nachbar, wenn morgens nebenan die Rollos nicht oben sind. Da werden im Fahrstuhl die neusten Ereignisse besprochen. Da ist immer jemand, der zuhören kann oder Lust hat auf einen Bummel über den Weihnachtsmarkt.
"Leben wie Musik"
"Mut, es St. Antonius gleichzutun", wünschte Pfarrer Markus Hirlinger von den Innenstadtgemeinden. "Mut, sich wie der Wanderprediger immer wieder neu auf die Bewohner und auf das Leben im Alter einzulassen." Die Feier wurde umrahmt von der Gruppe "Radlmusik" aus Immenstaad. "Das Leben im St. Antonius ist wie die Musik", bestätigte Pfarrer Hirlinger: "Mal rhythmisch, mal spannend und mal bewegt."
Lioba Scheidel, erstellt am 10.12.2009
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"10 Jahre Leben am See": (v.l.n.r.) Thomas Kaldenbach und Christoph Sedlmeier (Stiftung Liebenau), Gerhard Schiele (Geschäftsführer Altenhilfe Stiftung Liebenau), Hausmanagerin Ute Joos und Pfarrer Markus Hirlinger (Kirchengemeinde St. Nikolaus) feierten mit den Bewohnern von "Leben am See St. Antonius" in Friedrichshafen das 10-jährige Bestehen der Wohnanlage.
Bild: Scheidel
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