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"Sehr gut" für die Liebenauer Altenhilfe

LIEBENAU – Mit einem umfangreichen Fragenkatalog prüfen die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) seit 1. Juli 2009 einheitlich und bundesweit die rund 10.000 Pflegeheime und 12.000 ambulanten Pflegedienste in Deutschland. Mit der Benotung von sehr gut bis mangelhaft soll eine neue Transparenz geschaffen werden. Inzwischen wurden die ersten Häuser der Liebenauer Altenhilfe geprüft. Mit durchweg sehr guten Ergebnissen.


Zweimal Note 1,0

"Die ersten Prüfungsnoten bestätigen, dass wir in unseren Häusern qualitativ hochwertige Pflege und Betreuung leisten", freut sich Gerhard Schiele, Geschäftsführer der Liebenauer Altenhilfegesellschaften St. Anna-Hilfe, Liebenau – Leben im Alter und Heilig Geist – Leben im Alter. Sechs der 30 Häuser zwischen Allgäu, Bodensee und Alb wurden mittlerweile geprüft: "Klassenbester" wurde das Haus St. Verena in Straßberg mit einer 1,0; die weiteren Häuser erhielten Noten von 1,1 bis 1,9. "Nachdem das Bild der Altenpflege viele Jahre lang in der Öffentlichkeit eher schwarz gezeichnet wurde, sind das positive Signale – und eine Erleichterung sowohl für die engagierten Mitarbeiter als auch für die Bewohner und ihre Angehörigen", meint Schiele.

Fünf Kriterien

Nach dem neuen Prüfungsverfahren nehmen die MDK-Prüfer in jedem Haus fünf Bereiche unter die Lupe. Sie kontrollieren die Pflege und medizinische Versorgung, fragen nach dem Umgang mit demenzkranken Bewohnern, erfassen soziale Betreuung und Alltagsgestaltung. Auch die Räumlichkeiten, die Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene werden angeschaut. Außerdem befragen die Prüfer mindestens zehn Prozent der Bewohner des jeweiligen Hauses. Ähnlich dem Schulnotenprinzip gibt es dann vier Einzelbewertungen und eine Gesamtnote von eins bis fünf. Bis zum Ende des Jahres 2010 sollen alle stationären Einrichtungen in Deutschland in dieser neuen Form geprüft werden. Die Ergebnisse und eventuelle Kommentare der Einrichtungen werden auch im Internet detailliert nachzulesen sein. Anschließend kommt der MDK einmal jährlich unangekündigt zur Überprüfung ins Haus.

Qualität mit Tradition

Die Liebenauer Häuser haben sich bereits seit Jahren ein umfassendes internes Qualitätsmanagement verordnet. Das und die Tatsache, dass die Einrichtungen in der Pflege nationale Expertenstandards zum Maßstab genommen haben, habe letztlich auch zu den guten Noten geführt, meint Schiele. Deshalb werde man sich künftig nicht auf den positiven Ergebnissen ausruhen, sondern weiter an der Qualität arbeiten. Die Bereiche, die in der MDK-Prüfung Schwächen aufgewiesen hätten, würden nun verstärkt in Angriff genommen.

Lebensqualität ist subjektiv

Bei aller Freude über das gute Abschneiden seiner Einrichtungen übersieht der Altenhilfefachmann nicht die grundsätzlichen Schwierigkeiten des Prüfverfahrens. "Die Qualität eines Heimes bemisst sich nicht nur nach pflegerischen Verrichtungen, Quadratmeterzahlen und Wahlmenüs, das zeigen unsere Gespräche mit Bewohnern und Angehörigen ganz deutlich." Letztlich gehe es um die Lebensqualität der Menschen, und die werde subjektiv sehr unterschiedlich empfunden. Mit einer einheitlichen Definition tue sich die Pflegewissenschaft sehr schwer. Derzeit befasst sich ein von der Bundesregierung gefördertes Projekt mit dieser Thematik. Bis Ende 2010 sind aus der Studie Ergebnisse zu erwarten. Dann könnte das Benotungssystem noch einmal auf den Prüfstand kommen, so der Experte.

Persönlicher Eindruck zählt

Ein weiteres Problem, das auch von Experten vielfach kritisiert wird: Jede der 64 Einzelbewertungen, aus denen sich die Noten zusammensetzen, zählt gleich viel. Ein gut lesbarer Speiseplan hat für die Endnote also genauso viel Gewicht wie der sachgerechte Umgang mit Medikamenten.

Das Studium der Prüfungsergebnisse bietet für Interessenten und Angehörige eine erste fundierte Orientierung. Auf den persönlichen Eindruck sollten sie nach wie vor nicht verzichten, empfiehlt Schiele. "Wir raten auf jeden Fall dazu, sich ein Haus selbst anzuschauen, um die Atmosphäre und die Menschen, die dort leben und arbeiten, kennen zu lernen." Bei einem Besuch sei dann auch Gelegenheit, über die einzelnen Ergebnisse Näheres zu erfahren.

Von: Helga Raible, erstellt am 22.12.2009