Selbstständig leben dank bedarfsgerechter Hilfe
MENGEN – Mit dem Alter steigt sehr oft der Unterstützungsbedarf im Alltag. Dennoch bleibt der Wunsch, ein möglichst selbstständiges Leben zu führen und weiterhin in der eigenen Wohnung zu leben. Einen bedarfsgerechten Mix aus verschiedenen Hilfen bietet die St. Anna-Hilfe (Stiftung Liebenau) in Mengen.
"Heftig gewünscht"
Auf Besuch bei Ehepaar Irmler. Gemeinsam leben die beiden in einer seniorengerechten Wohnung in den "Lebensräumen für Jung und Alt". Elfriede Irmler sprüht nur so vor Leben – dass sie schon über 80 ist, mag man gar nicht glauben. "Heftig gewünscht" hat sie sich den Umzug in die Lebensräume, zumal ihr Mann Georg nach einem Schlaganfall auf Hilfe angewiesen ist. Da weiß sie es zu schätzen, dass ihr die Sozialstation manches abnimmt: "Ich bin froh, wenn jeden Morgen jemand kommt und mein Mann versorgt ist – auch wenn ich mal liegen bleibe."
Der Weg in die neue Heimat
Seit gut einem Jahr leben die Irmlers hier. Schon 2006 hatte das erste Gespräch mit Gemeinwesenarbeiterin Angelika Dietmann stattgefunden. Doch zunächst war keine Wohnung frei, dann verzögerte sich das eine und andere bei den Irmlers: "Da liegen viele Geschichten drin", so Angelika Dietmann schmunzelnd, "bis hin zum frisch getankten Heizölvorrat". Angelika Dietmann ist die Seele der Lebensräume. Ihre engagierte Herzlichkeit schenkt jedem Bewohner ein Stück Heimat.
Schließlich war es Anfang 2009 so weit – allerdings verlief auch der Umzug nicht ohne Zwischenfall: Eine gebrochene Hand setzte Frau Irmler "außer Gefecht". Da bewährte sich das "Dreigestirn" der St. Anna-Hilfe zum ersten Mal: Georg Irmler konnte unterdessen im gegenüber liegenden Pflegeheim betreut werden – in Sichtweite sozusagen.
Hilfen an einem Ort
Diese Möglichkeit der "Rundumversorgung" ist es denn auch, die Frau Irmler so "fantastisch" findet: "Das gibt es sonst nirgends." Im Gebäude der Lebensräume befindet sich neben den Wohnungen für alle Generationen auch die Einsatzstelle der Sozialstation St. Anna. Und in Blickweite zu Irmlers Wohnung liegt das Altenpflegeheim St. Ulrika: "Keine fremde Umgebung, keine Umgewöhnung - wunderbar."
Lebensräume – Sozialstation – Pflegeheim – alles ist nahe beieinander: "Man muss die letzte Wahlheimat nicht mehr verlassen, wenn etwas Unvorhergesehenes kommt." Und auch die Mitarbeiterinnen der Einrichtungen arbeiten eng zusammen und ermöglichen so jedem Menschen dank individuellem Hilfemix ein selbstständiges Leben.
Freiräume, Selbstständigkeit und Sicherheit
Elfriede Irmler findet hier Freiräume für ihre Hobbys. Auch ihr Mann ist zufrieden. Was sein größter Wunsch ist? "Älter werden, damit ich noch lange bei ihr bleiben kann", schmunzelt er.
Dazu finden die Irmlers hier in den Lebensräumen genau den Unterstützungsbedarf, den sie brauchen und der, sollte es notwendig werden, jederzeit aufgestockt werden kann. Das gibt Sicherheit und nimmt die Angst vor der Zukunft.
Von: Jeanette Stark, erstellt am 12.04.2010